24h Motos 2022: ERC Endurance Ducati in Le Mans mit Pech und starker Aufholjagd 

24h Motos 2022: ERC Endurance Ducati in Le Mans mit Pech und starker Aufholjagd 

Karlsruhe / Le Mans (Frankreich). ERC Endurance Ducati hat die 24 Stunden von Le Mans auf dem 15. Gesamtrang und dem siebten Platz in der EWC-Klasse beendet. Xavi Fores (ESP), Philipp Öttl (GER) und David Checa (ESP) gehörten von der Pace zu den schnellsten Piloten des Rennens und hatten mit der Ducati Panigale V4R EWC klar Podiumschancen. Eine Reihe von unglücklichen Umständen führten aber dazu, dass das Team am Ende nicht ganz vorn gewertet werden konnte. Sogar Führungskilometer konnte die Mannschaft sammeln. 

Vom fünften Startplatz aus war Fores ins Rennen gegangen und auch gut weg gekommen, doch nach einem Crash direkt auf Start-Ziel, folgte zunächst eine rund 20-minütige Safety-Car-Phase. Anschließend konnte sich der Spanier in den Kampf um die Podiums-Platzierungen nach vorn bringen. 

Das ERC-Trio kämpfte auch nach den ersten Boxenstopps um die Top-Five und das Treppchen mit. Doch dann kam der erste Rückschlag: Fores lief auf der 219. Runde auf einen zu überrundenden Piloten auf, es kam in der Dunlop-Schikane zu einem Missverständnis und der Spanier stürzte. Er blieb unverletzt, allerdings wurde an der Panigale V4R ein Motordeckel durch geschliffen und das Bike verlor Öl. Damit durfte Fores auch auf dem Rettungsweg nicht weiter fahren und musste auf den Transporter warten, um zurück zur Box zu kommen. Rund 25 Minuten verlor man durch den Rücktransport, die Reparatur selbst dann dauerte rund zwei Minuten. Neue Platzierung: Rang 32. 

Es dauerte rund 150 weitere Runden, ehe man sich in die Top-20 des Rennens zurück kämpfen konnte. Zur Rennhalbzeit um 3 Uhr morgens lag die Mannschaft auf dem 20. Platz, nach 17 Rennstunden hatten Fores, Öttl und Checa bereits wieder Platz zehn inne. 

Allerdings gab es dann noch die schwarze Flagge mit orangenem Punkt wegen einer angeblichen Rauchentwicklung. Nachdem am Motorrad kein Defekt gefunden werden konnte, schickte man Checa wieder auf die Piste raus. Erneut gab es die Flagge, obwohl am Motorrad alles in Ordnung war. Vorsorglich tauschte man den Öl-Kühler. Dann gab es noch eine Stop-and-Go-Strafe für die Mannschaft. Damit fiel man wieder ans Ende der Top-20 zurück. 

Doch aufgeben kam weder für Fores, Checa und Öttl, noch für ERC Endurance Ducati in Frage und so erkämpfte man sich am Ende nach 24 Stunden, 798 gefahrenen Runden und fast zweieinhalb Stunden Boxenaufenthalt trotzdem den 15. Gesamtrang und den siebten Platz in der EWC-Klasse. 

ERC Endurance Ducati belegt nach dem ersten von vier WM-Läufen den siebten Gesamtrang in der Tabelle und hat 23 Punkte auf dem Konto. Der nächste Lauf findet am 03./04. Juni mit den 24-Stunden von Spa Franchorchamps in Belgien statt. 

Xavi Fores:
„Wir nehmen das Positive aus dem diesem Rennen mit. Wir haben zu den Schnellsten im Feld gehört und waren bei der Musik gut dabei. Aber wir hatten halt auch viel Pech, was in einem Langstrecken-Rennen immer passieren kann. Besonders ärgerlich ist, dass es nach meinem eigentlich harmlosen Sturz zu so großen Auswirkungen kam – vor allem, weil der Transport so lange gedauert hat. Der Sturz tut mir leid, das war ein klassischer Rennunfall aus einem Missverständnis heraus. Wir wissen aber, dass wir als Team das Potenzial haben, mit unserer Ducati Panigale V4R EWC ganz vorn in der FIM Endurance World Championship mitzumischen und das wollen wir in Spa neu beweisen.“

David Checa:
„In meiner Karriere habe ich schon oft solche Rennen erlebt, in denen einiges schief gegangen ist – daher kann mich das nicht mehr erschüttern, weil es zur Langstrecke einfach leider auch dazu gehört. Ich nehme aber persönlich die positiven Erkenntnisse aus dem Rennen und der Woche in Le Mans mit: Wir sind mit unserer Ducati Panigale V4R EWC absolut konkurrenzfähig und können mit Recht – wenn das Glück auch auf unserer Seite ist – das Podest als Ziel sehen. Das Motorrad funktioniert perfekt, genau wie die Boxenmannschaft und meine Teamkollegen. Ich freue mich schon auf Spa!“

Philipp Öttl:
„Das war mein erstes 24-Stunden-Rennen und eine ganz neue Erfahrung. Es war richtig anstrengend, hat aber auch Spaß gemacht. Ich bin – abgesehen von unserem Pech – überrascht, wie gut es gelaufen ist, besonders bei mir persönlich. In der Nacht hatte ich erst bedenken, doch am Morgen bin ich 1:36er-Zeiten gefahren. In der Nacht hatte ich mich auch an Xavier Simeon dran hängen können und konnte an ihm dran bleiben – und die haben das Rennen am Ende gewonnen. Das zeigt, dass wir gut aufgestellt waren. Die EWC-Spec Panigale hat super funktioniert und ich hatte richtig Spaß.“