ERC Endurance Ducati: In Le Mans unter den Schnellsten

ERC Endurance Ducati: In Le Mans unter den Schnellsten

Le Mans, Frankreich. Das ERC Endurance Ducati mit den Fahrern Randy de Puniet, Julien da Costa und Louis Rossi hat sich in Le Mans stark präsentiert. Das Trio gehörte zu den schnellsten Teams auf der Strecke, wurde aber nicht mit einem Ergebnis Belohnt. Nach rund 15 Stunden Rennzeit kam die Aufgabe nach technischen Problemen. 

Randy de Puniet hatte am Samstag vom fünften Startplatz aus das Rennen aufgenommen, fiel aber zu Beginn weit zurück. Ein Langstrecken-Rennen gewinnt man nicht auf der ersten Runde und so kam der ehemalige MotoGP-Pilot „nur“ als 19. aus der ersten Runde zurück. Doch sobald sich das Feld sortiert hatte, kämpfte er sich mit der Ducati Panigale V4R bis auf den dritten Rang im Rennen nach vorn. 

Zum Ende seines Stints gab es dann ein Problem bei der Spritzufuhr, sodass de Puniet an die Box zurück schieben musste, um die EWC-Ducati an seine Kollegen zu übergeben – und eine erneute Aufholjagd einzuleiten. Man rangierte bereits wieder in den Top-Ten, als das Le-Mans-Wetter-Drama einsetze. Im Verlauf kratzte die ERC Endurance Ducati bereits wieder am Podest.

Fortan sollten die Bedingungen nahezu permanent von nass zu trocken und wieder zu nass wechseln. Erst in der Nacht kehrte etwas Wetter-Ruhe ein und man konnte im Trockenen fahren. 

De Puniet, da Costa und Rossi spulten ihre Runden wie Uhrwerke ab, lange Zeit stand ERC Endurance auch mit der schnellsten gefahrenen Rennrunde in der Ergebnisübersicht – und das im Trockenen. Auch die Boxenstopps funktionierten reibungslos, sowie die anstehenden Behebungen von Problemen. Eines jedoch wurde größer und konnte am Ende nicht behoben werden. 

Gegen 3 Uhr nachts und nach 470 gefahrenen Runden und rund 15 durchgehaltenen Stunden kam die Aufgabe. Ein Problem mit der Abgasanlage, sowie ein elektronisches Problem konnten nicht behoben werden. 

Dennoch waren die 24 Stunden von Le Mans für das ERC Endurance ein erster Teilerfolg auf dem Weg an die Spitze der EWC. Mit allen drei Fahrern konnte man permanent auf dem Zeitenlevel der Spitze fahren und bei diesem ersten 24-Stunden-Rennen mit der Ducati Panigale V4R konnten immens wichtige Informationen für die Zukunft gesammelt werden.

Insgesamt konnte ERC Endurance in Le Mans außerdem durch die Zusatzpunkt-Regelung im Qualifying und nach acht Stunden Rennzeit zwei weitere WM-Punkte auf das eigene Konto verbuchen.

Das nächste Rennen für ERC Endurance Ducati steht am 26. September 2020 mit den 12 Stunden von Portugal auf dem Programm. Der Einsatz auf dem Circuito de Estoril in der Nähe der Hauptstadt Lissabon wird außerdem das Finale der FIM Endurance World Championship 2019/2020.

Randy de Puniet:
Wir reisen mit gemischten Gefühlen aus Le Mans zurück: Natürlich sind wir traurig, dass wir das Ziel nicht sehen konnten, aber auf der anderen Seite sind wir auch über einige Dinge froh. Wir konnten zeigen, dass wir mit dieser neuen EWC-Spec Ducati Panigale V4R vorne mitmischen können. Auch sind wir 15 Stunden lang fast problemlos durch gefahren. Es ist ein sehr neues Projekt und das war der erste, richtige Belastungstest für das Material und dafür waren die Probleme nicht ein mal sonderlich Große. Aber in der Langstrecke reist man nicht einfach mal so an und hat alles im Griff, das ist ein großer Lernprozess und in dem sind wir schon weit gekommen.

Julien da Costa:
Es war ein schwieriges Rennen bei diesen Bedingungen und dennoch konnten wir unser Potenzial schon aufblitzen lassen. Ich hatte beim Rausfahren aus der Box einen Sturz, bei dem ich weder an der Bremse, noch am Gas war und das Bike ist einfach weggerutscht – das zeigt, wie schwierig die Bedingungen da draußen heute für alle waren, ein ‚Sorry‘ dafür an das ganze Team. Es ist schade, dass wir das Ziel nicht sehen konnten, aber insgesamt war dieses Wochenende hoch-motivierend für den Rest der Saison und die gesamte Zukunft dieses Projektes. 

Louis Rossi:
Le Mans ist für mich immer ganz besonders, weil ich ja quasi zu Fuß zur Strecke kommen kann. Schade ist nur, dass keine Fans dabei waren. Im Rennen selbst haben wir gezeigt, dass wir mit der Ducati Panigale V4R durchaus schon das Potenzial haben, um um Podestplätze zu kämpfen. Meine schnellste Rennrunde hatte im Rennen lange Bestand. Leider mussten wir in der Früh dann doch aufgeben. Das sind Dinge, die man nicht Planen kann, aber aus denen wir für die Zukunft lernen müssen. Insgesamt hatten wir an diesem Wochenende aber großen Spaß und konnten ganz klar zeigen: Die ERC Endurance Ducati Panigale V4R hat eine große Zukunft vor sich. 

Uwe Reinhardt – Team-Besitzer:
Für dieses Wochenende brauchen wir uns nicht zu verstecken. Natürlich ist es ärgerlich, dass wir am Ende das Ziel nicht sehen konnten, aber da überwiegen die anderen, positiven Dinge, die wir sammeln konnten. In den Trainings und Qualifyings waren wir immer vorne dabei und auch im Rennen haben die Zeiten von Randy, Julien und Louis denen der Spitze in Nichts nach gestanden. Es war erst das zweite EWC-Rennen für unser Projekt und so lange am Stück, wie am Samstag und Sonntag, sind wir zuvor nie gefahren. Uns war Bewusst, dass wir noch auf einige Kinderkrankheiten stoßen werden würden, die kein normaler Test hervorbringen kann, aber das ist Teil der Lernphase. Wir sind – alles in allem – zufrieden mit dem Wochenende und der Basis, die wir uns für die kommenden Rennen geschaffen haben. Ich bin mir sicher, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft mit der Ducati Panigale V4R nicht nur auf dem Podest stehen werden, sondern auch um Siege und Titel kämpfen können.

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